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Samstag, 19.05.2012
Immer mehr Kindern sind seelisch belastet und zeigen körperliche Reaktionen auf Schulstress – wie erkennt man Nöte der Kinderseele und was kann man tun?
Lerndruck, Entwicklungsschübe, die eigene Position in einer Gemeinschaft Gleichaltriger finden, Pubertät: Kinder müssen psychisch viel bewältigen. Das beginnt bereits in jungen Jahren und nimmt mit der neuen Erfahrungswelt der Schule und unser medial geprägten Gesellschaft zu.
Kinderarztpraxen melden steigende Zahlen jugendlicher Kopfschmerzpatienten und Eltern berichten, davon, dass Schulstress sich bei ihren Kindern zunehmend körperlichen Symptomen äußert.
So geben 57 % der Eltern in einer Umfrage*) an, ihr Kind zeige sich durch Schulstress unkonzentriert, 50% beklagen Kopf- und Bauchschmerzen, 43% erkennen Traurigkeit, 42% Aggressionen und bei 32 % machen sich Lern- und Leistungsstörungen bemerkbar, bei 29% ein Unwille zur Schule zu gehen.
Immerhin 65 % von etwas über 1.000 Befragten**) bemerken bei ihren Kindern „deutliche Anzeichen von Schulstressfaktoren“ (20 %: sehr häufig, 22%: gelegentlich, 23%: selten).
Wie so oft gibt es kein Patentrezept: zum einen kommt es darauf an, wie sich Stress bei Ihrem Kind äußert und vor allem natürlich, wodurch er ausgelöst wird.
Am Anfang steht daher ein Herantasten an die Situation:
Manchmal können Kinder selbst nicht so genau definieren, woher Unbehagen oder Ängste kommen. Bleiben Sie jedoch vorsichtig in Ihren Formulierungen, damit Sie Ihrem Kind Antworten nicht ungewollt suggerieren. Wenn Sie das Gefühl haben, selbst nicht gut voran, bzw. mit der Situation zurecht zu kommen: holen Sie sich Hilfe.
Fachkundige Kinderärzte oder psychologische Berater hinzuzuziehen, kürzt manchen Umweg ab, und gibt Ihnen die Gewissheit, Ihrem Kind die Chance zu eröffnen, seine Schwierigkeiten ernsthaft und kenntnisreich zu lösen.
Der erste und wichtigste Schritt: nehmen Sie Ihr Kind ernst.
Mehr dazu: im Interview mit Kinderpsychologin Dr. Caroline Domogalla.
*) Frage: „Welche Reaktionen ruft Schulstress bei Ihrem eigenen Kind hervor?“, Umfrage von FORSA, veröffentlicht durch DAK, 2008; 651 Befragte in Deutschland)
**) Frage: „Wie häufig haben Sie deutliche Anzeichen von Schulstressfaktoren bei Ihrem Kind festgestellt?“, Umfrage durch im Juli 2008, 1002 Befragte in Deutschland (Eltern von Schulkindern unter 18 Jahren)